Seelenspiegel

 

 Hier findet ihr Gedichte, von mir verfasst - inspiriert von Menschen, welche durch mein Leben gegangen sind, gehen und gehen werden - und eben jene tiefen Spuren, welche diese Menschen hinterlassen haben, hinterlassen und hinterlassen werden:

 

Suchen und Finden

Wenn der Tag aufsteht,
sind meine Gedanken müde,
von ihrer Wanderung durch die Nacht
und ihrer Suche nach dir.

Sie können nicht rasten,
noch wollen sie ruh’n.
Sie werden dich finden.
Eines Morgens, wenn die Sonne aufgeht.

Ich weiß es ganz genau,
denn ich habe dich gesehen:
Nachts, als ich meinen Gedanken
hinterher gelaufen bin.

Raupen im Bauch

Meine Flammen hab ich angezündet,
damit es schön gefährlich ist
und lodernd heiß.

Ich lach dich an:
Nun komm -
spring durch meine Reifen!

Selig erschöpft
leg dich dann nieder
in meinem weichen, leisen Schoß.

Hör’ den Raupen
beim Schlüpfen zu -
im knisternden Feuer unserer Fantasie.

Eine nach der andern
lasse ich hinaus
durch meine Fingerspitzen.

Mit gierigen Flügeln
landen sie sanft
auf deinem Mund.

Toben mit klebrig-heißer Begierde
durch deine Sehnsucht
nach meinen weichen Schmetterlingen.

Und mit deinen drängenden Lippen
küsst du immer wieder gern
die feurigen Raupen zurück in meinen Bauch.

Kaminfeuer

 Draußen ist es eisig kalt.
Und hier drinnen
spenden Münder und Augen und Herzen,
die streicheln und strahlen und lieben,
mehr Wärme noch und Licht,
als der lustig brennende Kamin,
vor dem wir uns aneinander schmiegen. 

7. Januar 09



Momente

Sanfte Blicke.
Zärtliche Berührungen.
Meine Hand
in der Deinen;
Wärme spüren.

Für Momente
den Alltag vergessen,
entfliehen
dem tatsächlichen Sein,
realitätsfern
über der Stadt.

Dich atmen
und lieben,
nah,
ganz nah.

Aufflackernde Erinnerung daran,
wie es sein könnte,
Du und Ich,
das Wir
und
für einen Moment
ist alles gut!


 
Augenblick

Vor mir stehst du,
schaust mich an;
berührst mich nicht.
Oder doch?

Ich schlage die Augen nieder
im Anblick deiner Seele.
Dich zu spüren
ohne dich zu sehen
ist intensiv.

Ich schlage die Augen auf
und sehe die Deinen.
Der Anblick meiner Seele
im Spiegel deiner Zärtlichkeit
bringt Erkenntnisund Liebe.

Und in einem Augenblick
wird der Moment zu Ewigkeit.



Zum Tanz im Himmel

Unsere Gedanken stellen sich auf.
Im besten Kleid,
gewebt aus dem Stoff unserer Silben.
Verwinden sich in Leidenschaft;
tanzen zur Verwirrung der Liebe
zwischen unseren Seelenklängen

Der Ballsaal schwingt in Eintracht,
strahlend erfüllt vom Licht des Lachens.
Und im Gewand der Nachtgestalten
verschwimmen Realität und Traum.

Ich halte dich
in meinen Blicken fest;
zerfließe in deinen Augen
zu regenbogenfarbenen Wolken.



Buntes Chaos

Einmal den Himmel berühren,
Fingerspitzen tauchen ins blaue Nichts,
Sterne pflücken von schwarzem Samt,
Sonnenstrahlen verknoten und baumelnden Beines schaukeln.

Einmal dem Tag entfliehen,
auf dem bunten Regenbogen von Farbe zu Farbe hüpfend
buntes Chaos anrichten in deinem Himmel.

Damit du,
wenn du einmal deinen Himmel berührst
die schönsten Farben meiner Sehnsucht
an den Spitzen deiner Finger
mit hinein in den Alltag nehmen kannst.



Schlafender

Zärtlich schleicht
die orange-rote Morgensonne
durch die milchweißen Vorhänge
aus Träumen.

Tastet sachte die Konturen,
weich - streichelnd:
Der Kleiderschrank,
grüne Pflanzen,
Strukturen im Parkett,
bis in den kleinsten Winkel.

Leise hüpfen die Sonnenstrahlen-Kinder
auf die Decke.
Sie spielen Fangen
auf dem weichen, goldenen Flaum,
der die Rundungen
deines geliebten Körpersbedeckt.

Ich möchte,
aberich berühre dich nicht.
Schlaf noch ein wenig -
ich liebe deine weichen, befreiten Züge
mein geliebter Schlafender.



Ich habe gemalt

Farbengibt es,
buntwie die Fantasie.
Ich habe gemaltmit ihnen:

Bildervon dir.
Pastelle,
Aquarelle,
sanft und hell.
Den Gedanken an dich
Gestalt verliehen.
Meinen Gefühlen für dich
Struktur gegeben.

Irgendwann
bin ich aus meinenTräumen
aufgewacht
und muss wohl
schlafgewandelt sein;
denn als ich mein Tränen überströmtes Gesicht
den Bildern in der Ecke des Zimmers zuwandte,
bemerkte ich:

Schweres, kräftiges,
manifestiertes Öl!
Ich habe unmerklich
mit dicker, festerFarbe
meine Gefühle
auf die Leinwand gebracht!

Dich in meine Seele
und mein Herz!

Ich male noch immer mit unseren Farben.



Ohrensessel

Ich öffnete bereitwillig
als du an die Tür zu meinem Herzen klopftest.
Neugierig und unbekümmert ließ ich dich hinein.
Ahnte ich doch nicht, was mich erwarten würde.
Du kamst herein und gingst hindurch,
durch alle meine Seelen-Zimmer.

Ich stellte mich dir nicht in den Weg.
Stattdessen rückte ich ihn zurecht,
mit all meiner Kraft:
Den schweren, bequemen Ohrensessel.

Der beste Platz im Haus meiner Liebe!



Ohne

Einatmen
ohne Auszuatmen.
Weinen
ohne Tränen.
Reden
ohne Stimme.
Sonnenschein
ohne Wärme und Licht.
Schlafen
ohne die Augen zu schließen.
Essen
ohne zu schmecken.
Blumen
ohne Duft.
Gehen
ohne Vorwärtskommen.
Musik
ohne Melodie.
Bücher
ohne Buchstaben.
Regenbogen
ohne bunte Farben.
Berühren
ohne zu fühlen.

Alles
ohne.
Alles
nichts.

Du fehlst!



Liebe ist ein Ozean

Meine Träume sind die
Wellen,
auf denen die Sehnsucht surfen geht.
Deine Küsse sind die
Fische,
wild die Roten,
sanft die Gelben,
fordernd die Großen,
genießend die Kleinen.
Deine Berührungen sind die
Segel,
der Boote, in denen die Träume sitzen.
Meine Worte sind der
Wind,
der sanft
oder heftig
die Traumboote über Sehnsuchtswellen treibt.
Und von unten schauen sie zu:
Die kleinen und großen,
die roten und gelben
Kuss-Fische.



Haselnuss-Traum

An unserer Talsperre
steht ein Haselstrauch
mit vielen Nüssen dran.
Jedes Mal wenn ich
an ihm vorbeigehe
zeichnen meine Gedanken
einen meiner Träume
auf eine kleine Nuss.

Es wird irgendwie
immer schwieriger
bei jedem neuen Spaziergang
eine zu finden,
auf der noch keine
Traum-Zeichnung steht.

Ich habe gehört,
bei dir soll es keine Haselsträucher
geben,
denn bei dir
kann ich
mit dir
meine Träume mit Deinen zu buntem
Farbenspiel vermischen und die Skizzen
bunt malen -
und leben!



Ich fühle

Ich fühle den Sonnenschein
auf nackter Haut,
das morgentau-feuchte Gras
unter den Füßen.
Rieche und sehe die vielen bunten Blumen.
Ich fühle das Wasser:
Tropfen für Tropfen
vermischt es sich
mit den salzigen Tränen
auf meinen Wangen.
Höre mein Weinen.
Ich fühle deine Hände:
zärtlich-wärmend
berühren sie sanft
meine zerbrechliche Seele.

Und ich fühle, fühle, fühle
DICH!
Und ich liebe, liebe, liebe
DICH!



Ich muss

Leicht und hell,
doch viel zu schnell
vergeht die Liebelei:
Sie tingelt hin
und tänzelt her;
Fordert gar nicht mehr!
Ein wenig Spaß,
ein Stückchen Herz.
Es schützt sich so vor Schmerz.
Das will ich nicht,
das mag ich nicht,
will alles und noch mehr!
Gebs Herz von Herzen her.
Lässt leiden mich,
lässt lachen mich.

Weinen - Lachen = Schluss!
Von vorne neu:
Ich liebe dich,
weil ich dich lieben muss!



Jemand da?

Ich tauche
auf den Grund
meiner Seele:

Jemand da?

Ich steige
auf die Gipfel
meiner Emotionen:

Jemand da?

Ich rufe
in die Stille.
Unendliche Qual,
dieses hallende Echo:

Jemand da ? Jemand da ? Jemand da ???

Ich kann mich nicht mehr finden:
Niemand da.

Du hast mich mitgenommen!



Glas-Quadrat

Von allen Seiten
einsehbar,
von allen Seiten
klar,
von allen Seiten
Licht-durchflutet,
von allen Seiten
kalt-prismatisch.

Innen drin,
ganz klein
und rot,
pulsierend
hängt ein Herz.

Es lebt
und schlägt
doch
immer noch
es kennt wohl Leid und Schmerz.

Es ist warm
und kann noch viel,
auch wenn du es nicht glaubst,
denn es kennt, was niemand weiß
ein herrlich Liebesspiel.



Geh-Hilfe

Ich denke,
du solltest dich nun endlich mal
auf diesen grünen Kaktus setzen.
Ich glaube,
dann bekommst du deinen Arsch
endlich mal hoch.

Der runde, dicke Kerl hat verdammt
harte Stacheln!
Komm,ich rück ihn dir zurecht.

Setz dich,nimm Platz!
Tu doch endlich mal was!
Phlegmatismus ist heilbar.

Die Medizin ist zu allererststachelig,
dann bitter,
jedoch der Nachgeschmack ist süß:
Liebe!



Wozu reden

Worte,
die nichts sagen.
Doch deine Stimme
geht
mir unter die Haut.
Durch dieses
geringelte
Telefonkabel
in den Hörer.
Direkt
in mein Ohr,
in mein Herz,
in die Seele.

Worte,nichts als Worte.
Leere Hülsen Tag für Tag.
Wochen,
Monate,
geflochten aus den Worten
der endlosen Tage.
Gebunden zu Jahreszöpfen,
Zeitschleifen zur Zierde.
Zeit sammelt sichum mich,
wie Eisenspäneum ein Magnet.
Wie eine Mauersteht sie.
anifestiert,
umfasst mich
schützend
nicht,
abschirmendwohl eher.
Fest gestemmt,
angehalten.
Nichts ist,
nichts wirdgeschehen:

6 Monate = Schaltjahres-Februar.
Und immer!
Wozu reden?

Wegen der Seele! 



Es will nicht anfangen

Wir trafen uns
zufällig.
Zwei Tropfen im Sommer-Regen,
stießen zusammen,
verloren unskurz nur,
als wir auf den Boden fielen.
Wanderten durch den Pulsschlag
der Erde,
trafen uns wiederam Fuß des Lebensbaumes.
Hielten uns fest in seinem Sog,
umklammerten uns eng.
Plötzlich,schmerzlich
wurden wir getrennt.
Hattest du,oder
hatte ich
nicht fest genug gehalten?
Weg,
aus meinem Blickfeldverschwunden warst du.

Ich traf Andere auf meinem Weg
und bleib doch allein.
Immer voran! Riefen sie mir zu
und ich tat -
Folgte meiner Funktion,
sah durch meinwässriges Auge
das grüne Licht:
Chlorophylldurchdrang ich,
gelangte in millionstel Teilchen
ionisiertnach draußen.
Zerstäubt,
gelöstim heißen Gold der Sonne.
Wurde leicht,stieg auf,
schwebte empor.
Dich vergessen hatte ich nicht,
doch das Gefühl der Schwerelosigkeit übertünchte,
deckte zu,
aber nicht ab.
Erstickte nicht.

Und eines Tages,ich irrte durch Wolken,
verloren im Grau,
sah ich dich.
Wieder sah ich dich!

UNSERE Blicke verschmolzen wieder.
Wir folgten ihnen,
atemlos.
Wir trafen uns erneut
und wieder begann es von vorn.

Es will einfach nicht anfangen aufzuhören.



Puzzle-Spiel

Stell dir vor,
das Leben sei ein Karton:
Buntvon außen,
und doch kalt-grauvon innen.

Wild durcheinandergeworfen,
tausende und abertausende Einzelteile.
Es ist kein Zufall was passiert,
du hast es in der Hand,
in den Fingern,
im Kopf:

Die Teile zusammenzufügen.
Findest du Zwei,
die scheinbar passen:
Zusammengebrachtmit Gewalt :
es MUSS !

Wackelnd,reibend,
Zwischenräume,Engstellen.
Schließt du die Augen davor.
Doch irgendwann musst du sie öffnen:
Sonst strauchelst duüber die defekte Stelle
und fällst,verletzt.
Du allein hast es in der Hand
zusammenzufügen.
Und ganz besonders:

PASSENDES zusammenzuhalten -
festzuhalten was rund ist.



Schwarzwald-Hochstrasse

Nebel ziehen getrieben vom Wind
über die Strassen.
Bäume,schemenhaft am Rand.
Kälte da draußen,wohlige 22°C hier drin.

Viel mehr Wärmeim Herz,
denn neben mirbist du.

Nur du.

Daneben,darinnen, überall,
Nur du!
Ich hör dir zu,
gern;
auch,wenn du schweigst,
fliegen die Gedanken
von mirzu dir,
von dirzu mir,
hin und zurück,
stetig.

Glück!



Einfaches Sein

Wir haben nicht viel Zeit,
um ein wenig mehr zu haben von uns.
Doch die wenigen Momente
sind so angefüllt von
Einfachem Sein.
Beieinander,
miteinander,
einfach zusammen sein.



Mohnblumen-Träume

Mit hängendem Kopf
ging ich durch die letzten Monate.
Ab und an
erhoben,
um flehend die Sonne zu suchen,
offenbarte sich mir doch immer nur ein
milchiger Schein.
Das genügte so lange.
Viel zulange
gab ich michauf
und
mit dem zufrieden.
Doch es zehrte,
es nahm Kraft.
Mehr noch als es gab.
Ich konnte nicht mehr und ließ mich nieder
da am Wegesrand.
Im Dunkel.
Die Augen vermochte ichnicht mehr zu öffnen.
Da kamst du!
Nahmst einfach meine Hand,
führtest mich hinaus in DEIN Land:
Grüne Wiesen, mit dunkelroten Tupfenüberall.
Mohnblumen heißen Pipatsch.

Ich habe damit mein Herz tapeziert und bitte dich:
Zieh ein.
Sei nicht nur mein Gast, denn Gäste gehenirgendwann.
Ich möchte, dass du bleibst.
Nun liege ich mit geschlossenen Augen
auf deiner Mohnblumen-Wiese.
Ich träume.
Und mit geschlossenen Augen
sehe ich auf einmal,
ganz hell und warm und strahlend
die Sonne!



Meine Träume

 Meine Träumeschreibe ich
mit elfenhaften Händen
Farben spiegelnd auf die Flügel
des liebevollsten Wesens
auf Erden.
Schmetterling,
du tänzelnde Leichtigkeit,
du fliehende Freude,
du scheinbare Zärtlichkeit.
In deinen Farben
trage meine Sehnsüchte hinauf:
Ins Blau,
ins Grau,
durch Regen und Wind,
zu Sonne, Mond und Sternen,
in dunkle Nacht,
und hellen Tag.
Trag sie fort,
nimm meine Last.
Ich gebe sie dir
und hoffe
du bringst die Erfüllung
zurück zu mir.



Manchmal

Habe mich schon
manchmal
gefreut.
Wurde auch schon
so manches Mal
enttäuscht.
Oft,
nicht nur
manchmal,
meistens von dir.
Von Anderen auch
manchmal,
aber wehgetan
hat es immer
am meisten
bei dir.

Nicht nur manchmal.



Tage eines Sommers

Lachen,
breit über das ganze Gesicht,
von einem Ohr zum Andern.
Sonne,
hell am blauen, weiten Himmel -
Von hier bis zum Horizont.
Leben,
frei wie eine Schwalbe im Wind,
rund um die ganze bunte Welt.
Du,
geliebt von mir bis ans Ende.
Von Kopf bis Fuß und zurück!
Lachend,
strahlend,
frei.

Es wird wieder Sommer werden!

 

 



Konzert der Stille

Dem Alltag entfliehen.
Der Hektik eine lange Nase machen.
Heraus aus dem Grau der kahlen Steine.
Alles ringsumher ist grün,

ist bunt,
ist überflutet von Sonnenglanz.
Scheinbar ist die Stille
vermeintliche Ruhe.
Mich umgebend,
wie eine sichere Hülle.

Doch bereits nach den ersten Schritten,
barfuss
im taufrischen Gras:


Zwitschern
Rascheln
Pfeifen
Krabbeln
Wuseln
Flattern
Blubbern
Nagen
Rennen
Fliegen
Brüten
Jagen…

....emsige Geschäftigkeit in diesem kleinen Universum.

Und doch die einzige Möglichkeit Ruhe zu finden,
die einzige Alternative zum teilweise sinnlosen, rastlosen Herumrasen
zum Hals-Über-Kopf-Entscheiden,
zum Leiden,
zum Zweifeln,

Gib dir Zeit!
Nimm sie dir,
ein klein wenig nur:

Entfliehe im Sommerblau mit deinem Barfuß-Raumschiff
durch die glitzernden Tautropfen ins Grüne Universum
"Wald"



Synchron – Treppensteigen

Du gehst vor mir
immer im Kreis
Stufe für Stufe
hinunter.

Der weiße Bergfried
Bad Homburg v.d.H.

Ja, weiß ist er tatsächlich:
er hinterlässt Spuren.
Kalk an deinen Schultern,
ich putze ihn weg

den weißen Kalk.

tik-tok-tik-tok-tik-tok,
so hallt das Duett unser beider Schritte
den Turm mit 172 Stufen hinauf.
"Synchron-Treppensteigen" sag ich zu dir.

Deine Melodie stimmt
und ich finde genau die passenden Worte
für das Lied:
es klingt,
es hallt.

Synchron - wir beide.

Widerhall - jede Minute,
unendlich schön.
So wie das Spiel deiner Finger
auf dem Flügel in der Hotel-Lobby

"Für Elise" von Beethoven.

Eines meiner liebsten klassischen Musikstücke
und deinen Fingern vermag es zu entrinnen!
Leise fliegen die Noten
wie Schatten zu mir.

Ich schaue dich an.


Den ganzen Tag habe ich dich angeschaut,
das Spiel deiner Mienen gespannt verfolgt,
deinem Lächeln wie eine Ballerina angeschmiegt,
Wärme breitet sich dabei aus in mir.

Ich möchte es festhalten,
konservieren am liebsten,
einschließen in einem Glas,
den Deckel ganz fest darauf drücken -
für immer behalten.

Dein Lächeln.

Nun ist Februar und wir sind kein Stück weiter...
...ich vermisse dich und stehe zu dir...

Ich kämpfe, denn ich liebe dich...nur deshalb habe ich noch Kraft dazu...



Radio

Ich möchte ein Radio sein:
neben deinem Bett stehend
dir Worte zuhallen,
Musik säuseln,
endlos.

Ohne Sendepause.

Eein Röhrenradio,
dessen "Eingeweide" rotglühen.
Dessen Drähte brennen
und könnte es fühlen,
so täte es weh,
wäre unerträglich.

AUSSCHALTEN.

Die einzige Lösung

DEMONTIEREN.

Das Kopf-richtige.

"der Gigant aus dem Weltall"
hieß ein Trickfilm:

Er opferte sich für die Menschen,
weil sie ihm wichtiger waren,
als sein eigenes Leben.
In Einzelteilen verstreute er sich
über die Erde, nach der

EXPLOSION

und am Ende begannen die Teile,
jedes für sich allein zu pulsieren,
zum Leben zurückzufinden.
Und sie machten sich auf den Weg
zueinander

...schöner Traum...

Es tut verdammt weh.
Es tut verdammt weh - den Kopf gebrauchen zu MÜSSEN!

Doch ich kann einfach nicht mehr,
ich will auch nicht mehr!

Warten - immer nur warten.

Warum ist diese MURMEL-LIEBE verhungert?
Warum hast du das zugelassen?

Ein Teil von mir wird dich immer lieben, egal wer oder was kommt,

wie die einzelne, zähe, glühende Schraube:

Und sie machten sich auf den Weg
zueinander.



Das zwischen uns

Das zwischen uns ist so feinkörnig,
wie geschmeidiger Wüstensand.
Ist blau wie ein Sommerhimmel
und manchmal ein heiß-glühender Komet.
Das zwischen uns ist so besonders,
wie das erste Himbeer-Eis
im jungen Frühling.
Ist vertraut und doch immer wieder
aufregend fremd.
Nie langweilig.
Das zwischen uns ist ständig da
und doch viel zu selten real.
Ist kräftezehrend
und doch ermutigender als irgendetwas sonst.
Das zwischen uns ist murmelrund -

Viel zu wenig zu viel.



Nachtisch – Kreation

Rot,
wie süße Sommerkirschen,
wie deine Lippen, nach denen ich mich so gesehnt hatte.
Blau,
wie der Himmel über uns.
Gold,
wie die Sonne,
welche sich mit uns zu freuen schien.
Grün,
wie die Wiese am Ufer des Mains,
wie die Blätter der Weinstöcke am Hang,
wie die Ranken der Pflanzen im Park.
Lila,
wie mein Herzschlag in tausend Jahre währender Liebe zu dir.
Eine Kreation,
schwer zu definieren,
schwer zu verstehen.
Man muss es einfach wirken lassen,
dieses Kunstwerk auf grauem Stahl,
so wie das,
was größer als die ganze Welt zwischen uns ist,
so unendlich faszinierend,
schön,
murmelrund stimmig,
dass man nie mehr vergessen kann,
nie mehr vergessen will -
dass man sie nie mehr vergessen wird!

Wie wir, seit wir uns zum ersten Mal trafen -
Einfach perfekt,
wie eine gläserne Murmel.



Samstag

Viel zu früh aufgewacht.
Es ist schon hell.
Sommer!
Doch der Regen prasselt aufs Dach.
Komischer Sommerdieses Jahr.
Noch zwei Stunden im Bett,
leise Geräusche aus dem Fernseher.
Dämmerung im Kopf.
Doch die Gedanken halten sich nicht an die Regeln:
Sind frisch drauf und dran,
rasen
auf der Aschenbahn meiner Gehirnwindungen.
Sind wohl gedopt, müssen es sein!
Stehen nie still!
Auch samstags nicht.
Sie haben ein Ziel -
Lassen es mich nicht wissen.
Das macht mich unruhig,
wahnsinnig!
Mein Kopf:
So unergründlich,
groß,
voll
und doch oft einfach nur gefüllt
mit Vakuum.
Ich lasse sie machen,
zieh mich zurück,
schweigend,
ganz leise.
Sie sollen nicht wissen dass ich Spionage betreibe:
Im dunkelsten Winkel hockend,
die Augen weiß-rund aufgerissen,
sie beobachte,
ihre Bewegungen verfolgend
und doch nicht folgen könnend.
Hilflosigkeit,
Schwäche,
Winzigkeit,
Sie machen sich breit,
lassen sich nieder.
Hab keine Kraft sie,
wie ein pflichtbewusster Parkwächter
vom noch,
immer noch
grünen Rasen meiner Seele zu jagen.
Setze mich einfach dazu.
Sie lassen mich mitspielen
bei ihrem Spiel,
Weil sie wissen;
meinen zu wissen,
dass ich verlieren werde.
Doch ich habe einen Trumpf dabei:
Nicht im Ärmel, nein.
Im Herzen!
Ganz tief versteckt.
Ins Herz kommen sie nicht,
dafür habe ich gesorgt.
Da, im Herz, bist Du.

DU!

Zwei kleine Buchstaben
können soviel Kraft geben
und Halt.
Mich lachen lassen
und freundlich sein,
genießenund Ruhe finden.

DU!

Irgendwann werden wir beide
Hand in Hand
aus dem Herzen zum Kopf gehen
und diesen blöden
Gedanken
das Handwerk legen.



Sieben Punkt

Ganz klein
bist du, halbes Rund.
Rot-glänzend im Licht
der nachmittäglichen Sonne.
Deine sechs Krabbel-Beinchen
kitzeln auf meiner Haut.

Ich schaue dich an,
helfe dir auf meine Hand.
Du kletterst ganz nach oben
auf die Fingerspitze.
Von da kann man viel besser starten.

Deine Punkte sind schnell gezählt.
So wie früher:
Omi hat immer gesagt
sie bringen Glück.
Sieben müssen es sein:
Drei links,
drei rechts
und einer oben,
direkt hinter dem Kopf.

Eins, zwei, drei, vier,fünf, sechs, SIEBEN!
Sieben Punkte,
ganz klein,
schwarz undrund!
Und genauso rund ist mein Glück,
welches ich im Licht der Sonne anlache.



Seelen-Wechsel

Die Erde dreht sich,
Tag für Tag,
unsichtbar verbunden durch diese
heiß-gelbe Schnur
mit der Sonne.
Ich sitze am Fenster
stundenlang.
Ahnbar nur sind meine Spinnweben-gleichenGedanken,
die mich kettenan dich.
Die Luft bewegt sich leise
zwischen Minuten und Sekunden
hin und her,
geräuschlos geknüpftan die Zeit.
Alles schweigt,
es ist ruhig.
Die Welt vor meinen Augen wird dunkel,
abhängig
von der Nacht.
Die weiß-scheinende Schnur:
Verbindung zwischen Erde und Mond.
Ein wenig Licht erhellt die Schatten
Nacht für Nacht.
Und ich sitze am Fenster
in Gedanken bei dir:
Betrachte den Wechsel
zwischen Tag und Nacht,
zwischen Sonne und Mond,
zwischen hell und dunkel,
zwischen meiner Zuversicht und Angst,
zwischen all meinen Zweifeln und doch soviel Mut.



Liebes – Fühlen

Ich fühle:
Deine Hände,
sie streicheln meine Seele.
Deinen Atem
auf meiner weichen Haut.
Deine Liebe,
sie durchflutet mich,
heller als der Sonnenschein.
DICH!
Einzigartig!
Geliebt von mir.

 

 



Liebes – Lauschen

Ich höre:
Deine Stimme,
sie spricht zu mir.
Dein Herz,
es schlägt für mich.
Dein Atmen,
du bist mir so nah.
Deine Liebe,
die einzigartig ist
und nur für mich vertont
durch die Welt klingt.



Zauber

Solange sind wir nun Teil:
Du von mir,
ich von dir.
Langeweile ist trotzdem ein Fremdwort
in unserer Sprache.
Jeden Tag entdecke ich neue Seiten,
neue Stimmungen,
neue Details
an dir,
die dich interessant machen
für mich,
die mir das Gefühl geben:
ich rede gern mit dir,
ob Information oder Redundanz;
ich schaue dich gern an,
ich hör dir gern zu,
auch wenn du schweigst,
und ich berühre dich gern - streichelsanft.
Du bist mir immer ein wenig fremd
und doch so vertraut.
Jedes Mal wenn wir uns treffen
ist der erste Augenblick
Antasten;
der Zweite Annähern
und der Dritte
Vertrauen.
Eines Tages,
bei einem der mittlerweile unzähligen Treffen,
bin ich früher wachgeworden.
Die Umgebung war fremd:
irgendwo wieder ein Zimmer
in irgendeiner Stadt.
Betrachtete Dich im Licht des Morgens,
alles kannte ich:
die feinen Härchen an deinen Schläfen,
die Linien in deinem Gesicht,
deine Hand, friedlich ruhend neben mir;
das Heben und Senken deiner Brust,
ganz ruhig und sanft.
Dein Duft in meiner Nase,
er fühlt sich gut an,
wohlig macht er sich breit.
Das leise Geräusch deines Atems
schnurrt im Bett meiner Gehörgänge wie eine zufriedene Katze.
Die Umgebung war fremd,
doch deine Nähe zauberhaft vertraut,
denn erst wenn der Zauber verloren ist,
verliert man auch das Interesse aneinander.



Spätsommer – Wir

Langsam gehen wir,
eng umschlungen.
Wärmende Sonnenfingertasten sichdurch den Torbogen vor uns:
Sie locken.
Am Ufer den Enten mit Blicken folgend,
Konturen von Fischen erahnend.
Geklaute Weinbeeren sind am süßesten.
Feurig tanzen die Strahlen der Abendsonne
in meinen Haaren.
Sie hat noch Kraft,
wärmt,
diese Spätsommer-Sonne.
Doch viel wärmer ist es
in mir
da drinnen in Herz und Bauch,
Denn ich halte deine Hand
und küsse deinen Mund.
So wie der Spätsommer die Main-Auen.



Vorfreude

Ich war heute
ganz früh
auf den Beinen.
Hab die Sonne poliert,
den Himmel von Wolkenstaub
frei-gekehrt,
den Rasen-Teppich gesaugt ,
die Lust-Kissen aufgeschüttelt,
das Liebes-Laken geglättet
und einen Strauß Gänseblümchen
aufs Nachttischchen gestellt.
Heute kommst du.



Linguistin

Ich habe viel mehr
als meine Sprache
dir zu zeigen
was du mir bist.
Dich streicheln,
über deine warme Haut.
Dich anschauen,
tief in deine sternenfunkel-Augen.
Dir mein schönstes Lachen schenken
und dem Sommer Stimme verleihen.
Mich einfach rundum
wohlfühlen
an deiner Seite
und es wie Sonnenstrahlen
in alle Welt hinauslärmen.
Ohne auch nur ein einziges Wort.

 

 



Hauch

Räume,
Sonnenlicht durchflutet,
von Wärme voll.
Empfangen
mich
strahlend.
Bitten mich ihr Gast zu sein.
Ich nehme Platz
im Sessel meines Wohlgefühls,
die Vorhänge vor den blauen Fenstern
wehen im Sommerwind.
Sitzend schweift mein Blick
und erhascht den blumenbunten Rockzipfel
dieses Hauches von Glück.
Dein Duft schmeichelt meiner Nase
wie ein schnurrendes Kätzchen.
Ein Hauch nur
uUnd ich weiß:
DU! 



Federleicht

Ein Pusteblumen-Schirmchen
segelt am blauen Himmel
entlang.
Die Sonne spielt mit ihm,
kitzelt frech seine Nasenspitze.
An einem grünen Halm
kauend
liege ich
rücklings im Gras.Atme tief den Duft der Freiheit,
schaue dem Fallschirmchen zu
und wünschte,
ich könnte meine Gedanken
in einen Wolken-Flieger setzen
und von ganz da oben
ins Himmelblau schuppsen.
Sie würden schweben,
ganz leicht;
taumelnd,
drehend,
wankelnd,
herab auf diese grüne Wiese.
Platz nehmen
auf dem gelben Butterblumen-Kissen,
sich gemütlich räkelnd
dem federleichten Nichtstun hingeben.



April April

Gib mir Zeit bis Ende März,
sagtest du, als dir klar wurde:
Du bist nicht der einzige Mann auf dieser Welt!
Ein kleiner Hoffnungsfunken,
ein Glitzern am Himmel der samt-dunklen Nacht,
ein wenig mehr Mut bei all der Verzweiflung.
Heute ist der erste April.
Ich weiß nicht, was ich sagen soll - weil ich selbst nicht weiß, was ich will,
sagtest du, als dir klar wurde:
Es war wieder nur ein Aufschieben,
ein weiterer Monat in welchem sich nichts getan hat!
Ich wusste es,
ich habe nicht allzu viel Hoffnung investiert.

Und doch: In meinem Unterbewusstsein breitete sie sich erneut aus;
baute einfach ihr Lager auf
und entzündete wieder dieses kleine Feuer.
„HOFFNUNG“
Sieben Monate
zwischenWeinen und Lachen,
Hoffnung und Aufgabe,Warten,
stundenlangen Telefonaten

„REDEN REDEN REDEN“

Immer wieder
und sich dabei doch nur im Kreis drehen,
auf der Stelle drehen; treten,
nicht vorwärtskommen.
Tage an denen ich Kilometer-weit fahre,
nur um:
DICH zu sehen für Stunden,
DICH zu fühlen für Stunden,
bei DIR zu sein für Stunden,
die viel zu kurz sind,
dir alles zu geben,
dir alles zu sagen.
Viel zu kurz für diese Liebe,
welche in mir ist,
welche zwischen uns ist.
Egal wie lange es noch dauern mag,
sagte ich,
als mir wieder einmal mehr klar wurde:
ICH LIEBE DICH

Ich bin schwach, das weiß ich.
Inkonsequent, auch das.
Dir werfe ich es vor!
Ich warte, ich kämpfe weiter - ich möchte dir nah sein -  so nah es eben irgend geht,
sagte ich,
als ich verstand:
Ohne dich geht es nicht, es geht einfach nicht mehr!
Dafür ist es schon viel zu tief.
Eben KEIN Aprilscherz!



Klein

Ein Stein ist winzig,
legt man ihn auf ein Gebirge.
Eine Blüte ist eine von vielen
auf einer bunten Wiese.
Ein Vogel verliert sich
am endlos blauen Band des Himmels.
Ein Tropfen Wasser ist nicht erkennbar
im grenzenlosen Meer.
Ich bin Stein, Blume, Vogel und Tropfen.
Manchmal,
jetzt,
so wie heute
und immer,
wenn ich ohne dich bin! 



Samt

Kleine Härchen,
weiß-gold.
Durch die Sonne
am Morgen
im Spiegel -
durchscheinend,
zart,
fast zärtlich,
leuchtend,
küssen sie
meine Haut.
Ich finde sie schön.
Besser:
Ich liebe den Gedanken,
dass du sie sehen wirst:
Im Licht der ägyptischen Sonne. 



Gedanken – Fluss

Ich sitze an meinem Ufer,
die Schuhe und Socken neben mir im Gras.
Kieselsteine schimmern weiß
durch das Glitzern meiner Wellen.
Ich lasse meine Seele zu Wasser.
Zu einem kleinen Boot gefaltet
schaukelt sie hin und her.
Als Sonne scheint mein Lächeln dazu.
Kühlend umspielt der Fluss
meine nackten Füße,
die Zehen planschen im Wohlgefühl.
Meine Gedanken fließen
einfach so.
Ich genieße die Ruhe
in Ihnen.
Still ist es um mich,
bin angekommen,
wo ich zuhause bin:
in mir!



Sehnsucht
(mercure)

Was war passiert?
Soviel Zeit ist vergangen,
seit wir uns das letzte Mal sahen.
Nun stehst du da,
vor mir,
so als ob du nie fern warst von mir -
vertraut dein ganzes Du.
Dein Gesicht zum Greifen nah.
Zum Streicheln und Küssen auch.
Möchte dich berühren
mit meinen Händen.
Deine Seele mit meiner zu einem
Traumteppich knüpfen,
deine Augensterne als Diamanten einweben.
Mich mit dir darauf niederlassen,
versinken
mit dir,
eintauchen
in dir.
Möchte dir zuhören,
mit meinen Ohren.
Deine Stimme mit meiner
zu unserem Lied vereinen,
dein Lachen als Melodie dazu.
Mit dir tanzen,
herumwirbeln vor Glück.
Du machst mich verrückt,
mit dir,
mit deinen Augen,
mit deiner Stimme -
deinem DU.
Lass uns bauen
ein Haus aus Glückseeligkeit.
Lass uns pflanzen
viele Blumen aus buntem Lachen.
Lass uns leben
unser Leben -
einfach aus dem, was wir sind.



Kind geblieben

Man kann oft
lachen über Dinge,
welche anderen so gar nicht lustig scheinen.
Die Leute halten einen für minderbemittelt,
wenn man sich den Bauch hält,
wenn man auf der Straße sitzt
und sich nicht mehr beherrschen will,
wenn die Tränen
an den Wangen herabrinnen,
wenn der Mund fast krampfartig verzogen
vor Fröhlichkeit zu bersten scheint.
Dann ist der Asphalt gelb-gepunktet,
die Sonne rosarot,
der Himmel hellgrün.
Die Häuser grinsen die Laternen an,
die Autos hüpfen,
die Straßenbahn spuckt kichernde Menschen aus.
Lichter schweben als bunte Seifenblasen durch die Welt
und das Leben ist einfach schön,
wenn man ein wenig Kind geblieben ist!



Vieles wäre es nicht wert

Vieles wäre es nicht wert,
zu weinen.
Vieles wäre es nicht wert,
einsam zu sein.
Vieles wäre es nicht wert,
zu leiden.
Vieles wäre es nicht wert,
Geburtstage allein zu verbringen.
Vieles wäre es nicht wert,
nächtelang schlaflos an die Decke zu starren.
Vieles wäre es nicht wert,
so viele Gedanken zu wälzen.
Vieles wäre es nicht wert,
soviel Gefühl zu investieren.

Aber du!
Denn,
niemand schenkt mir soviel Zärtlichkeit,
niemands Gegenwart lässt mich so strahlen,
keiner sonst macht mich schwerelos,
bei niemandem fühle ich mich so geborgen,
niemand fordert mich auf diese Art und Weise,
so, wie du!

Bei niemandem fühle ich mich zuhause, nur bei Dir !!!



Graues Herbst-Bunt

Gesenkter Kopf.
Ich schleiche durch die Straßen,
beobachte meine Gedanken im Rinnstein.
Sie fließen dahin.
Im gesammelten Regen
vermischen sich
Schmutz und Blätter
mit ihnen.
Ich hatte versäumt nach vorn zu blicken -
sah lange diesem grauen Müßiggang zu.
Zu lange?
schießt es in meinen leeren Kopf.
Wie das Abfahrtssignal
des Zuges in der Nacht.
Es macht mich munter,
ich erkenne das Leben,
Besinnung ergreift mich,
ich richte mich auf,
schaue nach oben
und sehe kaum die Sonne,
so hell blendet sie meine müden Augen.
Immer mehr tut sich auf
von der Schönheit rings um mich:
Reingewaschen ist die Welt
von Sorgen und Leid.
Meine Augen erfassen den Farbkasten Welt -
wie viel es zu sehen gibt!
Meine Welt ist wieder klar.
Ich entdecke auf einmal,
wie schnell ich gehen kann,
wenn ich nach vorne schau.
Und letzte Tropfen des fast vergessenen Regens
glitzern auf bunten Herbstblättern.



Flügel

Weiß und
leicht;
anschmiegsam und
wärmend;
einfach
befreiend und
doch beschützend.
Unsichtbar.
So waren meine Flügel.
Du hast sie sichtbar gemacht
und ich
habe entdeckt,
dass sie abnehmbar sind.
Nun liegen sie in der hintersten Ecke
des dunklen Zimmers.
Werden staubig -
Haben sie abgelegt,
ihre weißen Träume.
So, wie ich mein Fliegen,
seit ich erkannt habe,
dass auch ich gehen muss
um vorwärts zu kommen.



Begierde

Ich hab sie angezogen,
meine schwarze Nacktheit.
Krieche zu dir,
schmiege mich
an deine heftig atmende Lust.
Lass dich fühlen meine heiße Haut.
Drücke die runden Zwei
an deine stählerne Eins.
Feucht-fließende Bewegung,
stöhnendes Begehren.
Tropfende Perlen aus glänzender Liebe
legst du geschmeidig wie eine Kette
um meinen Hals.
Wir verschmelzen
im Tiegel unserer Begierde
über dem Feuer unserer Lust.



Briefmarken

Ich -
ein Briefumschlag.
Deine Liebe -
der Brief,
geschrieben mit sanften Fingern
und rotglühender Tinte
in meinem Herz.
Deine Küsse sind die Marken,
wertvoll;
doch abschicken willst du mich nicht.
Lieber sammeln,
denn je mehr deiner Kuss-Marken
auf mir,
desto liebesvoller bin ich für dich.

 



Hilflos

Manchmal möchte ich einfach schreien,
wenn ich an dich denke.
Mit meinem lauten Gebrüll
deine Augen öffnen.
Manchmal möchte ich dich kneifen,
wenn du bei mir bist,
bloß damit du siehst:
Ich bin
kein Traum,
keine Phantasie,
kein Hirngespinst,
keine Illusion.
Ich bin
Realität,
aus Herz und Fleisch und Blut,
hab Gefühle und spüre Schmerz.
Doch du lebst mich in deiner zweiten Welt,
und liebst mich auch da.
Ich bin hilflos damit,
verlassen,
allein.
Hier in meiner ersten Welt.



Du

Deinem Lachen
nachgegangen,
wie deinem Atmen
entgegengesehnt.
Deinen Händen
entgegen-räkeln.
Deiner Temperatur
anpassen.
In deinem Rhythmus
Herz klopfen
lassen.
Hingeben
dir.
Alles geben
von mir.
Meine Lippen
Kirschen-rot.
Dich lieben
mich lieben
lassen
von dir.
Dunkel ist es draußen:
Die Nacht kleidet unsere Blöße in Samt.
Ich begehre dein völliges Du,
im Schein des vollen Mondes,
deine Nähe witternd,
wie ein hungriges Tier.



Von Zäunen

Gefahren sind wir,
da war es noch hell
und standen oben
blickten über die erleuchtete Stadt,
als es schon dunkel wurde.
Über uns beobachtete ein technisches Auge
das Geschehen.
Uns sah es nicht,
wir standen genau darunter -
besser du,
denn ich kniete.
Im kalten Dezember- Wind
wurde uns warm,
heiß wohl eher
dir.
Verschworenes Lächeln,
ein Blitzen in den Augen,
dann liefen wir
Hand in Hand
durch abseits gelegene Straßen.
In der Menschen-Menge
musste ich dich lassen.
Einfach Passant
lief ich neben dir her.
Mir missfiel das.
Doch wir gingen in die gleiche Richtung.
Ich neben hinter dir.
Zurück zum gläsernen Auge über der Stadt.
Fuhren ans andere Ende und
lebten in der Wärme des kleinen Zimmers
die Hitze des engen Bettes.
Wir vergaßen dabei alle Hindernisse.
Du musstest danach nur über den Zaun klettern,
denn das Tor war bereits abgeschlossen
äußerst hinderlich.



Bombeeren-August

Als ich deine Worte las,
beim oder zum
ersten Mal -
Naja,
ich musste lächeln.
Doch als ich in deinen Augen versank,
zum und beim
ersten Mal-
Ja,
ich fühlte das Glück!
Hatte ich bis dato von Luft gelebt,
so tue ich es seitdem von Liebe.
Wir gingen diesen Weg,
welcher uns beiden unbekannt.
Du nahmst mich an der Hand:
Dein Alibi die bedrohlichen Brombeer-Ranken;
stachelig und gefährlich.
Das warst du
mir ganz und gar nicht.
Und als wir stehenblieben,
da am Teich:
Über uns das sattgrüne Wipfeldach der Bäume;
blubberten die Forellen aus dem Wasser
Blau-rote Brombeer-Blasen
zu uns
in den Himmel.



Kaninchen

Aus dem Zylinder
unserer viel zu seltenen Begegnungen
zaubere ich weiße Kaninchen
purer Glückseeligkeit hervor.
Die hüpfen noch um mich herum,
wenn du schon lange
gegangen bist.



Engel

Du siehst denselben Himmel,
wie ich,
dieselben Sterne und denselben Mond
und doch bist du so unendlich weit weg von mir.
Warum ist der Himmel so groß?
Wahrscheinlich weil er alle Engel fassen muss,
die im Weltenlauf einmal hinauf gehen werden.



Gehen,

ein Stück,
zusammen,
zurück.
Sehen,
die Sonne,
dich,
nichts.
Schreien,
ein Wort,
bitte,
bleib hier!
Stumm.



Perforierte Liebe

Auf dem Papier vor mir
erscheinen Buchstaben in Grau.
Die Lücken dazwischen
bilden eine schweigende Kette.

In jedes dieser Kettenglieder
lege ich nun einen Kuss hinein.
Und so wird das Gedicht
zur perforierten Botschaft meiner Liebe.
(Dezember 2007)



Kunstrasen
In Falten geworfener Kunstrasen
betupft mit tausend bunten Konfettipunkten,
Die Zeit nehmend, näher zu treten
ist verbunden mit der Entdeckung,
dass Punkte und Rasen in ihrer Kunst selbst
lebend, blühend und duftend sind.

Der Faltenkunstrasen entpuppt sich,
einem Schmetterling gleich
als dessen liebstes Element:

Bunte Blumenwiesen,
honigschwer und süß,
geworfen über den Reiz der Berge.

(Juni 2008)


An dich denken


An dich denken,
das ist an deine Seele fühlen,
ist deine Wärme spüren
und den Glanz in deinen Augen sehen.

An dich denken,
das ist das kleine Glück.
Nicht Fast Food für Millionen,
sondern Slow Motion in jeder Sekunde für mich.

An dich denken,
das ist unser Heute sehen, wie es ist,
weil wir unser Vergangenes kennen
und so auch die Zukunft zu unserer Zeit machen können.

(Juni 2008)

 

 

 

 

© Nicole Richter, 23.06.2008

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